Offener Brief an die verantwortlichen EU-Behörden: Kein Ethoxyquin im Fischfutter!

Wie gesund ist der Konsum von Zuchtfisch? Vor allem Raubfische wie Lachse sind stark mit Schadstoffen belastet. Doch damit nicht genug: Damit das Fischmehl nicht ranzig wird, fügt man dem Fischfutter das ursprünglich als Pflanzenschutzmittel eingesetzte Ethoxyquin zu.

Wegen seiner Toxizität darf Ethoxyquin in der EU seit 2011 nicht mehr in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Absurderweise ist es aber weiterhin als Zusatzstoff für Tierfutter erlaubt. Werden die Fische in Netzkäfigen gehalten, wie das bei Lachsen üblich ist, gelangt der Stoff ungehindert ins Meer. Die Auswirkungen von Ethoxyquin auf die Zuchtfische und auf andere Wasserlebewesen sind nicht genügend erforscht.

Ethoxyquinrückstände sind im verkauften Zuchtfisch nachweisbar

Grenzwerte für Rückstände von Ethoxyquin und dessen Abbauprodukten in Lebensmitteln existieren zwar für Obst, Gemüse, Nüsse und Fleisch, nicht aber für Fisch, in dem teilweise sehr hohe Konzentrationen des Stoffes gefunden werden.

Im Klartext heisst das: Zuchtfische dürfen ganz legal beliebig stark mit Ethoxyquin belastet sein.

Dies, obwohl neue Studien zum Schluss gekommen sind, dass Abbauprodukte von Ethoxyquin sowie darin vorkommende Verunreinigungen sehr wahrscheinlich krebserregend sind und sogar in unser Gehirn gelangen können. Welche Folgen dies hat, ist nicht bekannt. Besonders Besorgnis erregend ist dieser Befund für schwangere Frauen, denen empfohlen wird, möglichst oft Fisch zu essen. Ungeborene Kinder, deren Gehirn sich in der Entwicklung befindet, reagieren äusserst empfindlich auf Schadstoffe.

Ende 2015 hätte die zuständige EU-Behörde EFSA angesichts der alarmierenden Studien darüber entscheiden sollen, wie der Einsatz von Ethoxyquin geregelt werden muss. Ein endgültiger Entscheid steht nach wie vor aus, soll aber voraussichtlich Mitte September fallen. Wegen dem Import von Fischfutter hat dieser Entscheid auch Auswirkungen auf die Schweiz. Zudem werden ca. 95% der hier konsumierten Fische importiert. Etwa die Hälfte dieser Fische stammt aus Zuchten. Mit Ausnahme von Bio- und FOS-Zuchtfischen erhalten diese Fische Futter, dem Ethoxyquin beigefügt wurde.

Folgende Organisationen unterstützen unser Anliegen (in alphabetischer Reihenfolge):

In unserem offenen Brief an die verantwortlichen EU-Behörden verlangen wir, dass die Zugabe von Ethoxyquin zu Fischfutter so lange untersagt wird, bis dessen Unbedenklichkeit bewiesen ist.

Offener Brief an die EFSA




Mitunterzeichnet von:
OceanCare – Schweizer Tierschutz STS – AKUT Aktion Kirche und Tier – ProVieh