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Wenn Fischern von „oben herab“ vorgeschrieben wird, wie sie nachhaltig fischen sollen, stösst das meist auf grosse Widerstände. In Kenia hat man 2006 eine andere Methode gewählt: In einem Pilotprojekt hat die kenianische Regierung den lokalen Fischern erlaubt, selber Regeln aufzustellen für die lokale Fischerei und die Einhaltung der Regeln auch selbst zu kontrollieren. Die wichtigste Voraussetzung dafür war, dass die Fischer gut informiert wurden über die aktuelle Situation der lokalen Fischbestände.
Forscher haben nun untersucht, wie erfolgreich dieses Projekt war. Erfreulicherweise zeigte sich: Die meisten Fische, Korallenriffe und Fischer haben profitiert! Nur drei Prozent der Fischer waren der Ansicht, dass sich ihr Einkommen verringert hätte, ein Drittel der Fischer gab an, dass sie dank des lokalen Managements mehr verdienen würden als vorher.
Mehr Einfluss führt zu Sinneswandel
Obwohl nicht alle Fischer profitierten, hat das Pilotprojekt eine erstaunliche Entwicklung ausgelöst. Etliche lokale Gemeinschaften haben dank der gemachten Erfahrungen spontan beschlossen, eigene kleine Meeresschutzgebiete einzurichten. Die Forscher wurden regelrecht überrannt mit entsprechenden Anfragen!  Wie enorm dieser Sinneswandel ist, wird klar, wenn man weiss, dass die kenianische Regierung 1990 gewalttätige Proteste bei den lokalen Gemeinschaften ausgelöst hatte, als sie in diesem Gebiet ein Meeresschutzgebiet einrichten wollte.
Trotz der positiven Bilanz der Untersuchung warnen die Forscher davor zu glauben, man könne nun getrost alles den lokalen Gemeinschaften überlassen: Ein langfristiger Erfolg wird sich nur dann einstellen, wenn die lokalen Gemeinschaften weiterhin Unterstützung erhalten.

Quelle: ARC Centre of Excellence in Coral Reef Studies. "A sea change for marine conservation." ScienceDaily. ScienceDaily, 10 November 2014.

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