Gerade die ärmsten Fischerdörfer haben ausser Fisch kein Einkommen.
Die Küsten im Weltsüden kommen unter steigenden Druck. Die Meere im Norden sind leergefischt, der Fischhunger einer rasch zunehmenden Bevölkerung in Asien wächst. Darum fischen industrielle Fangflotten aus Europa, Japan, China und Korea zunehmend inweit entfernten fremden Meeren. Zum Beispiel vor Afrika.
Die kleinen lokalen Fischer kehren immer öfter mit leeren Netzen zurück. Gegen die potenten Konkurrenten aus Europa und Asien haben sie keine Chance.
Weil die meisten Fischerdörfer im Weltsüden gewohnt waren, vom Fisch allein zu leben, haben sie meist keine anderen Einkommensquellen entwickelt. Doch jetzt, wo die Fänge spärlich werden, fehlen den Dörfern Mittel, aus eigener Kraft Alternativen aufzubauen.
fair-fish will konkrete Beispiele für Einkommen ausserhalb der Fischerei schaffen, die dann von andern Dörfern und in andern Ländern kopiert werden können. Das ist gut für die betroffene Bevölkerung – und für die Fischbestände, die weniger unter Druck geraten, wenn die Menschen eine Alternative zum Fischen haben.
Pilotprojekte
Wäre der faire Handel mit den «fairen Fischen» zustande gekommen, hätte die daraus gewonnene Fairtrade-Prämie den beteiligten Fischerdörfern im Senegal Mittel in die Hand gegeben, um alternative Einkommensquellen zu schaffen.
Nachdem der Handel nicht mitzog, wollte fair-fish wenigstens jenen zwei Dörfern, die sich in der fairen Fischerei besonders engagiert hatten, einen ersten kleinen Start zu Neuem ermöglichen. Dank der Hilfe zahlreicher Spender/innen konnte sich Fayako eine Hirsemühle und Baoût eine kleine Eisenwarenhandlung einrichten. Für beide Dörfer im Süden Senegals bedeutet dies Entlastung von Mühsal und langen Wegen. Mehr dazu hier.
Derzeit klärt fair-fish weitere Projekte ab, wie im Saloum Einkommen ausserhalb der Fischerei geschaffen werden könnte. Etwa mit extensiver Aquakultur oder dem Anbau von salzresistenten Pflanzen.
