Labels im Vergleich

Der WWF widmet sich seit Jahren der mühseligen Aufgabe, die Labels für Lebensmittel zu bewerten – als Orientierungshilfe für geplagte Konsument/innen. Dahinter steht der Wunsch nach Vereinfachung. Am liebsten wäre vielen wohl 1 einziges Label, welches sämtliche Heiligenscheine verteilt. Und kosten soll's möglichst wenig.

Bei diesem Spagat ist nun der WWF an Grenzen gestossen. Wenn Aepfel, Eier, Brot, Käse, Fleisch und Fisch zusammen gezählt werden, kommt es schon drauf an, welche Kriterien wie stark gewichtet werden.

Max Havelaar und claro, zwei Vorreiter des fairen Handels kritisieren, die Bewertung durch den Umweltverband WWF sei umweltlastig. Dadurch werde das Kernanliegen des fairen Handels zur Nebensache degradiert. Sie verlangen, dass der WWF künftig Experten beziehe.

Noch schärfer die Kritik seitens des Labels dolphin safe, welches der WWF als «nicht empfehlenswert» beurteilt. Auch hier die Forderung, der WWF möge künftig Fachleute beiziehen.

fair-fish wird zwar, kaum auf dem Markt gestartet, vom WWF bereits als «empfehlenswert» bezeichnet, gleichauf mit dem Label MSC. Aber auch fair-fish fordert, dass der WWF sein Vorgehen überdenkt:
Erstens müssen die Beurteiler/innen unabhängig sein. Die Beurteilung der Fisch-Labels wurde vom WWF vorgenommen, der gleichzeitig das Label «MSC» bewirbt.
Zweitens muss die Gewichtung der Kriterien überdacht werden.

Welche Wahl bei Fischen?

Zuerst muss geklärt sein, was eigentlich das Ziel ist. Dann erst lässt sich beurtteilen, welches Label was leistet. Ein Überblick.

Ob ein Fisch schonend gefangen, betäubt und getötet wird, macht beim WWF-Rating nur 10% des Urteils aus. Würde dieser für viele Konsument/innen sehr wichtige Punkt jedoch mit 30% gewichtet, wäre MSC nur noch «bedingt empfehlenswert», fair-fish aber an der Schwelle zu «sehr empfehlenswert.»

Das ist nicht erstaunlich, denn die Ziele von MSC und fair-fish sind nur zum kleineren Teil die gleichen. Und eben da stösst jeder «einfache» Labelvergleich an Grenzen.