Bald jeder zweite Fisch aus Zucht

/files/_galleries/gallery/wissen/forellenzucht.gif

Kleinere Forellenzucht in der Schweiz

Laut einem neuen Bericht der UNO-Ernährungsorganisation FAO stammen schon fast 50 Prozent aller Speisefische weltweit aus Fischfarmen. Das entspricht einer Zunahme um 25 Prozent seit Mitte der 1980er Jahre. Im gleichen Zeitraum blieb der Ertrag aus Fischfang unverändert.

2004 wurden laut FAO 45.5 Mio Tonnen Zuchtfische und 60 Mio Tonnen Wildfische konsumiert. Die Nachfrage nach Fisch nimmt weiter stark zu, vor allem in den wirtschaftlich entwickelten Ländern. Insgesamt 33 Mio Tonnen Fische werden nicht im Land gegessen, in welchem sie gewonnen wurden.

Ist die Zunahme der Fischzucht eine gute Nachricht?

Nein, im Gegenteil. Erstens sind die meisten Fischzuchten wenig artgerecht.

Zweitens werden die meisten Zuchtfische mit Fischmehl gefüttert (siehe rechts). Dabei muss drei- bis viermal so viel Fisch verfüttert werden, wie man am Ende aus der Zucht gewinnt. Darum ist Fischzucht keine Alternative zur Ausfischung der Meere, sondern trägt sogar noch dazu bei.

Diesel statt Benzin?

Hilft die Fischzucht, die Fischbestände in den Meere zu retten?

Das ist, als würde jemand sagen: Weil das Erdöl knapp wird, fahr ich in Zukunft mit Diesel statt mit Benzin.

Das Futter der meisten Zuchtfische enthält Fischmehl, welches vor allem durch Fischfang gewonnen wird – also von einer knapper werdenden Ressource. Zuchtfische stammen eben vorwiegend von Arten, welche sich von andern Fischen ernähren. Ein pflanzlicher Ersatz des Fischproteins im Futter ist bis heute nicht verfügbar. Die Alternative hiesse: Extensive Zucht von Friedfischen – aber essen Sie Karpfen?