Zucht statt Leerfischung?

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Karpfenteiche von biofisch in Österreich

Fischzüchter sagen gern, sie würden mit 1 Kilo Futter 1 Kilo Fisch erzeugen. Ein Perpetuum mobile? Nein, denn da wird trockenes Futter mit nassem Fisch verglichen.
Raubfische wie Lachs, Forelle oder Kabeljau fressen Fisch. Darum enthält ihr Futter etwa 35% Fischmehl. Das trockene Fischmehl wiegt aber nur etwa 25% des Gewichts der Fische, aus denen es hergestellt wurde. In 1 kg Fischfutter sind also 4 x 350 Gramm = 1.4 kg Fisch enthalten.

Bis viermal soviel Fisch im Futter wie auf dem Teller. Wir essen nur einen Teil des Fisches, je nach Art und Grösse etwa 33% bis 50% von dessen ganzem Gewicht. Der Rest, den wir wegwerfen, musste aber auch gefüttert werden – das Fischfilet wächst ja nicht allein. Das heisst: Für eine 100-Gramm-Portion Zuchtfisch auf unserem Teller wurden 280 bis 420 Gramm Fisch verfüttert!

Keine Alternative zur Überfischung. Und woher stammt das Fischmehl? Verarbeitungsabfälle aus Fischfabriken decken nur einen kleinen Teil des Bedarfs. Das meiste Fischmehl stammt aus der Fischerei. Fischzuchten fördern den Raubbau an den Meeren sogar noch.
Fischzucht wird erst dann nachhaltig, wenn sie deutlich weniger Fisch verfüttert, als sie uns auf den Teller bringt. Am besten ganz ohne Fischmehl.

Aus Zucht:
lieber Friedfische

Wenn Sie Zuchtfisch kaufen, achten Sie auf nicht-räuberische Arten, welche ohne Fischmehl oder Fischöl gefüttert werden können.

Friedfische aus Zucht sind zum Beispiel:
• Karpfen
• Pangasius
• Tilapia
Achtung: Auch pflanzen- oder als allesfressende Fischarten werden oft mit fischhaltigem Futter gemästet, damit sie rascher Gewicht ansetzen. Vor allem beim Kauf von Pangasius und Tilapia lohnt es sich, vorher nachzufragen.

Ein Kochbuch für Karpfen und andere Friedfische gibt's hier.