EN | FR | IT

KONTAKT  -  SPENDE  -  SHOP   -  BLOG

Letzte Aktualisierung am .

Das Leid der Hummer interessiert kaum (Foto: Pixabay).
Das Leid der Hummer interessiert kaum (Foto: Pixabay).

Mitte Juni 2017 lehnte der Nationalrat ein Verbot von Hummer-Lebendimporten ab. Ob zumindest Verbesserungen beim Umgang mit Hummern in die Tierschutzverordnung einfliessen, ist noch offen.

In der Schweiz bleibt der Lebendimport von Hummern erlaubt. Das haben die Nationalrätinnen und Nationalräte so beschlossen. Was mehr als paradox ist, da sie fast gleichzeitig einen Importstopp für tierquälerisch erzeugte Produkte gutgeheissen haben. Jährlich gelangen über 130 000 Hummer lebend in die Schweiz. Ein Verbot hätte auf einen Schlag etliche gravierende Tierschutzprobleme gelöst: Keine qualvolle monatelange «Lagerung» mehr vor dem Import, kein für viele Hummer tödlicher Lebendtransport, keine Lebendpräsentation mehr auf Eis und auch ein Ende der Tortur, Hummer lebend zu kochen!

Vorgeschlagene Verbesserungen in der Tierschutzverordnung

Leider ist auch in der laufenden Revision der Tierschutzverordnung kein Verbot von Lebendimporten vorgesehen. fair-fish hat sich in Gesprächen mit Vertretern des für die Revision zuständigen Bundesamtes vehement für Verbesserungen zugunsten von Hummern und anderen Panzerkrebsen eingesetzt. Dennoch sind die in die Revision eingeflossenen Verbesserungsvorschläge bescheiden, werden aber dennoch von Interessengruppen wie GastroSuisse  kategorisch abgelehnt. In der Revision vorgeschlagen wird unter anderem ein Verbot des Lebendtransports von Panzerkrebsen direkt auf Eis oder in Eiswasser sowie ein Verbot der Haltung von Panzerkrebsen ausserhalb des Wassers, wobei absurder Weise der Transport von Hummern in gekühlten Kisten nach wie vor erlaubt sein soll, falls die Tiere beispielsweise durch Styropor von den Kühlelementen getrennt sind. GastroSuisse geht dies bereits zu weit. Der Verband fordert für die Anpassung des Transports eine Übergangsfrist von fünf Jahren und stellt die Situation so dar, als würde ansonsten das Hummerangebot knapp. Dass man tiefgekühlte Hummer problemlos in beliebiger Menge und ohne Anpassungen an die Transportbedingungen bestellen kann, blendet GastroSuisse aus.

Auch gegen das Verbot, die in Salzwasser lebenden Kiemenatmer ausserhalb des Wassers „aufzubewahren“ wehrt sich GastroSuisse und behauptet, dies käme einem Verbot der Verarbeitung von lebenden Hummern gleich, was leider nicht stimmt. Wer weiterhin lebenden Hummer verarbeiten will, müsste nur ein geeignetes Salzwasseraquarium für die Hummer bereitstellen. GastroSuisse fordert dennoch, dass man Hummer 24 Stunden lang ausserhalb des Wassers lagern dürfe.

Vorgeschlagen wird zudem ein Verbot der Tötung in kochendem Wasser ohne vorgängige Betäubung. Selbstredend wehrt sich GastroSuisse auch gegen diese Verbesserung zugunsten der gequälten Hummer mit der Behauptung, dies sei die beste Art Hummer zu töten. fair-fish wird die weitere Entwicklung aufmerksam und kritisch verfolgen und wo möglich zugunsten der Krustentiere beeinflussen. Festzuhalten bleibt, dass viele Köche bereits heute entweder ganz auf diese Leid verursachende Luxusspeise verzichten oder tiefgekühlten Hummer verwenden. 

Pingbacks

Pingbacks sind aktiviert.

Trackbacks

  1. maillot de foot am #

    Den Nationalrat liess das Leiden der Hummer kalt

Trackback-URL

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar abschicken



Zentralstrasse 156    8003 Zürich    0041 43 333 10 62