Meere überfischter als angenommen



Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschafts-Organisation der UNO, beurteilt alle zwei Jahre den Zustand der Fischbestände. Er nimmt von Mal zu Mal ab. Doch jetzt zeigt eine Studie der angesehenen Fischereibiologen Rainer Froese und Daniel Pauly: es ist noch schlimmer. Nicht 32% aller Bestände sind überfischt, sondern 58%.

Für Froese und Kollegen ist die Zählarbeit der FAO absolut wichtig. Sie wollen diese Arbeit aber verbessern. Denn bisher beruhen die Statistiken nur auf etwa 20 Prozent der Fischbestände, nämlich den wirtschaftlich interessantesten, die rund 80 Prozent aller Fangerträge ausmachen.

Froese und Kollegen beziehen alle Fischbestände ein. Denn die Nahrungskette im Meer besteht nicht nur aus Kabeljau und Seelachs, sondern aus einem komplexen Zusammenspiel. Die Berechnung von Froese und Kollegen zeigt: Effektiv ist nicht «nur» ein Drittel, sondern mehr als die Hälfte aller Bestände überfischt. Umso dringlicher sind Gegenmassnahmen.

Billo Heinzpeter Studer

Die Studien

Alle zwei Jahre publiziert die FAO ihren SOFIA-Bericht über «The State of World Fisheries and Aquaculture». Er kann hier eingesehen werden.

Mehr zur nebenan vorgestellten Studie «What catch data can tell us about the status of global fisheries» von Rainer Froese et al. findet sich hier.


Konsequenzen?

Eine weitere Studie von Rainer Froese et al. zeigt, dass die Konsequenzen aus der Überfischung von den Beteiligten sehr unterschiedlich gezogen werden – sogar von Label-Organisationen.
Mehr dazu hier.


Rainer Froese war Hauptreferent an der fair-fish-Tagung vom 16. Juni 2012 in Winterthur. Mehr hier.